Erfolgreicher Case Report März 2026: Morbus Ahlbäck – Gelenkerhaltende Therapie mit ESWT & EMTT in der regenerativen Orthopädie

Gelenkerhaltende Therapie in der Privatpraxis für regenerative Orthopädie Dr. med. Severin Welter

Einleitung

Dieser Fallbericht beschreibt den Verlauf einer Patientin mit Morbus Ahlbäck, einer spontanen Osteonekrose des Kniegelenks (SONK). Die Erkrankung trat plötzlich und ohne Trauma auf und wurde mittels MRT diagnostiziert. Durch eine konsequente, multimodale, gelenkerhaltende Therapie konnte eine operative Versorgung vermieden werden. Der Fall zeigt, wie effektiv regenerative Orthopädie, fokussierte Stoßwellentherapie (fESWT) und EMTT bei Knochenmarködem und subchondraler Insuffizienzfraktur (SIF) sein können.

MRT‑Collage eines Morbus Ahlbäck mit initialem Knochenmarködem und Osteonekrose sowie deutlicher Befundverbesserung nach ESWT‑ und EMTT‑Therapie nach 6 Wochen.
Bildcollage mit MRT‑Vorbefund, Therapieergebnis nach 6 Wochen und dokumentiertem Schmerzverlauf.

Patientin

  • weiblich
  • 63 Jahre
  • akuter atraumatischer Beginn der Beschwerden
  • Lokalisation: rechtes Knie, medialer Femurkondylus

Anamnese und Erstvorstellung

Die Patientin berichtete über plötzlich einsetzende starke atraumatische Knieschmerzen. Aus der Dokumentation: „Die Patientin hatte seit Anfang Januar plötzliche Schmerzen im rechten Kniegelenk. Kein Trauma, keine Belastung.“

MRT-Befund vom 02.02.2026

  • ausgeprägtes Knochenmarködem
  • feine subchondrale Infraktion (SIF)
  • beginnende Osteonekrose medialer Femurkondylus
  • kräftiges mediales Kapselödem
  • Begleiterguss
  • Chondropathie Grad III medial, retropatellar kleinflächig Grad IV

Initiale Schmerzintensität: VAS 8–9. Extern wurde bereits eine Knieprothese als mögliche Option diskutiert.

Diagnostik

MRT

Der MRT‑Befund bestätigte eine spontane Osteonekrose des Knies (Morbus Ahlbäck) mit ausgeprägtem Knochenmarködem und subchondraler Insuffizienzfraktur.

Sonografie

  • Power‑Doppler‑Nachweis von Neovaskularisationen
  • exakte Vermessung des Frakturspalts

Labor / Osteologie

  • Knochenstoffwechsel unauffällig
  • Vitamin‑D leicht erniedrigt
  • keine Indikation für antiresorptive Therapie

Therapie

1. Entlastung und Belastungssteuerung

  • vollständige Entlastung an Unterarmgehstützen
  • Thromboseprophylaxe
  • strukturierter Belastungsaufbau nach ABC‑Schema
  • erlaubte Aktivitäten: Aquajogging, Schwimmen, passives Radfahren

Ziel: gelenkerhaltende Therapie, Stabilisierung der SIF, Reduktion des Knochenmarködems.

2. Fokussierte Stoßwellentherapie (fESWT)

  • mehrere Sitzungen
  • 3.500 Impulse, 0,35 mJ
  • Behandlung der funktionellen Muskelketten
  • Anwendung nach DIGEST‑Kriterien

Ziel: Aktivierung von Knochenstoffwechsel und Durchblutung.

3. Magnetotransduktions‑Therapie (EMTT)

  • 6.000–7.000 Impulse, Frequenz 8, Stärke 8
  • insgesamt >10 Sitzungen

Ziel: Unterstützung der Knochenheilung bei Knochenmarködem und subchondraler Fraktur.

4. Orthesenversorgung

  • Orthese zur medialen Entlastung

Klinischer Verlauf

DatumKlinischer Verlauf / Befund
10.–24. Februar 2026Erste deutliche Besserung nach ESWT; „ca. 30 % Besserung nach der ersten Sitzung“; VAS 9 → 5
03. März 2026Deutliche Schmerzreduktion; unter Entlastung VAS 1–2; keine Ruheschmerzen; subjektive Besserung 90 %
17. März 2026Schmerzfrei in Ruhe; Fahrradfahren schmerzfrei möglich; Belastungssteigerung nach ABC‑Schema; Besserung 80–90 %
20. März 2026Durchschnittsschmerz 2–3; keine Ruhe‑ oder Anlaufschmerzen; Belastungstoleranz <5–15 Minuten; deutliche Erholung nach Ruhe
24. März 2026Leichte vorübergehende Verschlechterung nach Überlastung; weiterhin sehr guter Verlauf
27. März 2026„Ihr geht’s wieder richtig gut.“
„Liniendiagramm mit zeitlichem Verlauf der Knieschmerzen (VAS) und der subjektiven Besserung bei Morbus Ahlbäck. Auf der X‑Achse sind die Daten vom 10.02.2026 bis 27.03.2026 dargestellt. Die linke Y‑Achse zeigt den VAS‑Schmerz von 0 bis 10, die rechte Y‑Achse die subjektive Besserung in Prozent von 0 bis 100. Die VAS‑Kurve fällt von anfangs 9 über mehrere Zwischenwerte deutlich ab und erreicht Ende März etwa 1,5. Die Besserungskurve steigt parallel von 0 % auf bis zu 90 %. Beide Kurven zeigen eine kurze leichte Verschlechterung am 24.03., gefolgt von erneuter Verbesserung.“

Zusammenfassung

Die Patientin zeigte einen ausgezeichneten konservativen Heilungsverlauf einer spontanen Osteonekrose des medialen Femurkondylus. Die Kombination aus:

  • konsequenter Entlastung
  • strukturiertem Belastungsaufbau
  • fokussierter Stoßwellentherapie
  • EMTT
  • funktioneller Muskelkettenbehandlung
  • orthopädischer Versorgung

führte zu einer Schmerzreduktion von ca. 90 % innerhalb weniger Wochen. Eine operative Versorgung ist aktuell nicht indiziert.

Schlussfolgerung

Dieser Fall zeigt, dass eine multimodale regenerative Therapie bei Morbus Ahlbäck im Frühstadium eine wirksame, gelenkerhaltende Alternative zur Knieprothese darstellen kann. Besonders die Kombination aus fESWT und EMTT bietet bei Knochenmarködem und subchondraler Insuffizienzfraktur einen deutlichen therapeutischen Nutzen.

Rechtlicher Hinweis

Die genannten Therapieoptionen stellen kein Heilversprechen dar. Die Informationen ersetzen keinen Arztkontakt und dienen ausschließlich der medizinischen Orientierung.

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