Patellaspitzensyndrom

Die Kniescheibe dient als sogennanntes „Hypomochlion“ in der Sehne des Musculus quadrizeps femoris (vierköpfiger Oberschenkelmuskel) und hat die Aufgabe, die Kraft vom Oberschenkel auf den Unterschenkel zu übertragen. Sie bildet den Kniestreckapparat. Das bedeutet, dass die Patellasehne den Oberschenkelmuskel über die Kniescheibe (Patella) mit dem Schienbein (Tibia) verbindet. Hierbei entsteht eine starke Zugbelastung am Kniegelenk, weshalb eine längere Überlastung der Patellasehne zu Knieschmerzen führt.

Sind die Schmerzen im unteren Pol der Kniescheibe, handelt es sich um ein Patellaspitzensyndrom. Im englischsprachigen Raum auch „jumpers knee“ genannt.

Sind die Schmerzen am Sehnenansatz des Schienbeins, spricht man von einer distalen Patellasehnenreizung. Bei einem/einer Jugendlichen spricht man von einem Morbus Osgood Schlatter.

Orthopäden
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Ganzheitliche Orthopädie
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Privatpraxis Dr. med. Severin Welter für Orthopädie, Osteopathie, Stoßwellentherapie und Akupunktur!

Wer ist betroffen?

Am häufigsten sind Sportler/innen betroffen, die sehr viel bei ihrem Sport springen müssen:

  • Volleyball
  • Basketball
  • Handball
  • Weitsprung
  • Hochsprung

Deshalb ist im englischsprachigen Raum der Begriff „jumpers knee“ entstanden. Auch bei Sportarten mit schnellen Richtungswechseln und/oder Stop-and go wie zum Beispiel:

  • Tennis
  • Fußball
  • etc.

kann ein Patellaspitzensyndrom entstehen.

Aber auch bei nicht gewohnter Belastung der Patellasehne (z.B.: bei einem Umzug oder längerer Wanderung mit langem Abstieg) kann das Patellaspitzensyndrom auftreten.

Nicht selten sind auch Nichtsportler/innen und Personen mit Übergewicht betroffen.

Welche Symptome treten bei einem Patellaspitzensyndrom auf?

Anfangs bestehen nur Anlaufbeschwerden oder Beschwerden bei der Belastung. Je länger die Beschwerden anhalten, kann die Intensität zunehmen und letztendlich auch in Ruhe bestehen. Häufig zeigt sich eine Schwellung im Patellasehnenbereich und eine lokale Rötung.

Je früher die Diagnose gestellt und mit einer gezielten Therapie begonnen wird, desto schneller verschwindet der Schmerz wieder!

Zögern Sie nicht mit einer frühzeitigen Vorstellung bei mir, da durch eine frühzeitige Diagnose und Therapie eine lange Sportpause vermieden werden kann.

Mit einer hochauflösenden Ultraschalluntersuchung kann ein Patellaspitzensyndrom nachgewiesen werden. Sehnen haben aufgrund ihrer schlechten Durchblutung eine sehr lange Regenerations- und Heilungszeit. Deshalb reagieren die Sehnenzellen (Tenozyten) auf eine vermehrte Belastung mit einer Bildung von Proteinen (Proteoglykane). Diese kommen eigentlich im Knorpel vor. Proteoglykane speichern deutlich mehr Wasser ein. Folglich ist eine Querschnittsvergrößerung der Sehne zu beobachten. Dies lässt sich sonographisch darstellen. In dieser Phase reagieren die Tenozyten extrem sensibel auf Belastung. Eine Erhöhung der Trainingsintensität führt zu einer Schmerzzunahme. Je mehr Proteoglykane sich in der Sehne befinden, desto mehr Narbengewebe ist in der Sehne vorhanden. Die Folge ist, dass mehr und mehr Mikrogefäße (Neovaskularisierung) einsprießen. Leider sprießen hier auch Nerven mit ein, weshalb der Schmerz zunimmt.

Im Bild zeigt sich rot dargestellt eine kniescheibennahe Patellasehnenentzündung und eine Gefäßeinsprießung (Neovaskularisation Grad 2). Es zeigt sich ein chronischer Zustand, welcher länger zur Heilung benötigt.

Mittels Doppler-Sonographie kann der Grad der Chronifizierung festgestellt werden. Dies führe ich ebenfalls in meiner Praxis durch. Hierdurch kann auch eine Prognose in Bezug auf die Dauer bis zur Beschwerdefreiheit abgeschätzt werden.

Mittels Kernspintomographie kann ein Knochenmarködem als Folge der Überlastung nachgewiesen werden.

Die Reduktion der Belastung ist der erste Baustein zur Besserung!

Von großer Bedeutung ist die Anamnese. Hier kann die fehlerhafte Bewegung und eventuell auch die falsche Technik erörtert werden, welche für die Überlastung der Sehne ursächlich sind. Bei der Behandlung wende ich eine Kombinationstherapie von Osteopathie/ Stoßwellentherapie, Akupunktur und Myoreflextapes an. Des Weiteren werde ich Ihnen je nach Stadium der Erkrankung effektive Übungen zeigen, die für die Heilung günstig sind. Hier hat sich in den ersten Wochen ein isometrisches Krafttraining und darauffolgend ein exzentrisches Krafttraining über 12 Wochen bewährt. Begleitend erfolgt eine Faszienrollentherapie.

Eine optimale Ernährung oder die gezielte Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln haben sich für eine schnellere Sehnenheilung als förderlich erwiesen, ebenso wie eine Injektionstherapie mit Hyaluronsäure und eine Kasseler-Patellasehnenbandage.

Zögern sie nicht mit einer Terminvereinbarung bei mir!

Aus rechtlichen Gründen bin ich verpflichtet Ihnen mitzuteilen, dass bei oben genannten Erkrankungen kein Anspruch auf Korrektheit und vor allem Vollständigkeit besteht. Die Erklärung ersetzt keinen Arztkontakt. Sie soll Ihnen einen Überblick über die möglichen Erkrankungen und Behandlungsmöglichkeiten verschaffen.

Aus rechtlichen Gründen wird darauf hingewiesen, dass in der Benennung der beispielhaft aufgeführten Anwendungsgebiete selbstverständlich kein
Heilversprechen oder die Garantie einer Linderung oder Verbesserung aufgeführter Krankheitszustände gegeben werden kann. Für den Bereich der Wirbelsäule,
z.B. beim chronischen Schmerz-Syndrom der Wirbelsäule geht die Bundesärztekammer in der Regel von einer Wirksamkeit osteopathischer Behandlungen aus (Deutsches Ärzteblatt 2009, Seite 2325 ff.) Im Übrigen gibt es bislang keine Studien, die in wissenschaftlicher Hinsicht, die Wirkungsweise der osteopathischen Medizin, Akupunktur und Stoßwellentherapie für das Patellaspitzensyndrom evident belegen.

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